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Referendariat: 10 Tipps für Referendare
März 23, 2020

Wie viel verdienen Lehrer in Bayern?

Gehalt Lehrer

Beim Verdienst von Lehrern gibt es große Unterschiede. Foto: Markus Spicke (Unsplash)

Wovon ist die Höhe des Verdienstes abhängig?

Den Verdienst von Beamten bezeichnet man als sogenannte Bezüge. Die Höhe dieser hängt von unterschiedlichen Kriterien ab. Dazu zählen zum Beispiel das Bundesland oder die Schulart, an der Du deinen Dienst abhältst. Ob Du nach dem Referendariat verbeamtet wirst oder als angestellter Lehrer arbeitest, hat ebenfalls Einfluss auf dein monatliches Einkommen. Das Gehalt von Angestellten richtet sich dagegen nach einem einheitlichen Tarifvertrag, der bundesweit gilt und somit nicht vom Bundesland abhängt.


Was verdienen bayerische Referendare?

Diese Frage stellen sich die meisten Referendare bereits vor ihrer Beamtenlaufbahn. Gymnasial- und Berufsschullehrer bekommen beispielsweise monatliche Grundbezüge in Höhe von 1.535,21 €. Zusätzlich zahlt ihnen der Dienstherr 34,87 € als Strukturzulage und sie können sich somit jeden Monat über 1.570,08 € brutto freuen. Beamtenanwärter an den Grund- oder Mittelschulen erhalten 1.503,44 € als monatliches Bruttoeinkommen und verdienen somit im Schnitt am wenigsten. Im Mittelfeld bewegen sich die Anwärterbezüge an Real- und Förderschulen. Absolvierst Du in diesem Bereich deine Beamtenausbildung, bekommst Du monatliche Bezüge in Höhe von 1.535,21 € brutto. Von deinen Grundbezügen werden noch Steuern abgezogen, wodurch dein Einkommen um ca. 100 € gemindert wird.

Grund- und MittelschuleReal- und FörderschuleGymnasium und Berufsschule
Grundbetrag1.503,44 €1.535,21 €1.570,08 €
+ Vermögenswirksame Leistungen13,29 €13,29 €13,29 €
Bezüge (brutto)1.516,73 €1.548,50 €1.583,37 €

– Lohnsteuer100,75 €108,08 €117,16 €
– Kirchensteuer8,06 €8,64 €9,37 €
– Solidaritätszuschlag3,95 €5,41 €6,44 €
= Zwischensumme1.403,97 €1.426,37 €1.450,40 €

– Vermögenswirksame Leistungen13,29 €13,29 €13,29 €
Bezüge (netto)1.390,68 €1.413,08 €1.437,11 €
Monatliche Bezüge bayerischer Referendare. Stand 2020.



Was bleibt im Referendariat unterm Strich übrig?

Neben den jährlichen Steuern kommen zum Beispiel weitere Kosten für deine Dienstunfähigkeitsversicherung und deine Krankenversicherung auf dich zu. Als Referendar oder Lehrer hast Du die Wahl: Möchtest Du dich gesetzlich oder privat krankenversichern?
Entscheidest Du dich für die private Krankenversicherung, profitierst Du nicht nur von besseren Leistungen, sondern auch von einem geringeren Beitrag.


Gesetzliche Krankenversicherung

Grund- und MittelschuleReal- und FörderschuleGymnasium
Bezüge (netto)1.390,68 €1.411,08 €1.437,11 €
– gesetzliche Krankenversicherungca. 280,00 €ca. 280,00 €ca. 280,00 €
– Dienstunfähigkeits-versicherungca. 70,00 €ca. 70,00 €ca. 70,00 €
= zur freien Verfügung1.040,68 € 1.061,08 €1.087,11 €
Stand 2020.



Private Krankenversicherung

Grund- und MittelschuleReal- und FörderschuleGymnasium
Bezüge (netto)1.390,68 €1.411,08 €1.437,11 €
– private Krankenversicherungca. 80,00 €ca. 80,00 €ca. 80,00 €
– Dienstunfähigkeits-versicherungca. 70,00 €ca. 70,00 €ca. 70,00 €
= zur freien Verfügung1.240,68 € 1.261,08 €1.287,11 €
Stand 2020.



Was verdienen verbeamtete Lehrer in Bayern?

Als Folge von Tarifverhandlungen im Jahr 2019 kam es zu einer Lohnerhöhung für Angestellte im öffentlichen Dienst. Deshalb gilt seit Anfang des Jahres für bayrische Beamte eine neue Besoldungstabelle. Wie sich diese Änderung auf die Bezüge auswirkt, erfährst Du in unserem Blogartikel „Mehr Geld für Referendare“.

Die Höhe deiner Bezüge wird maßgebend anhand der Einteilung in Besoldungsgruppen bestimmt. Aufgrund dessen werden Grund- und Mittelschullehrer in A 12 und Gymnasial-, Real- sowie Förderschullehrer in A 13 eingestuft. Wenn Du dein Referendariat erfolgreich abgeschlossen hast und eine Planstelle bekommst, wirst Du einen großen Gehaltssprung machen.

Durch die Einordnung in unterschiedliche Besoldungsgruppen erhalten Lehrer je nach Schulart unterschiedlich hohe Bezüge. Hinzukommt, dass der Verdienst von den geleisteten Arbeitsjahren abhängt. Wirst Du aufgrund deiner Schulart in A 12 eingeordnet, steigst Du mit Planstelle in der Gehaltsstufe 4 ein. Gehörst Du dagegen der Besoldungsgruppe A 13 an, wirst Du nach dem Referendariat bereits in der 5. Stufe eingeordnet und machst einen noch größeren finanziellen Sprung. Von Erfahrungsstufe 4 bis 7 erhöhen sich die Bezüge alle 3 Jahre, danach wird dein Einkommen nur noch alle 4 Jahre steigen. Für Grund- und Mittelschullehrer bedeutet das, dass sich ihr Grundgehalt über die Jahre von 3.924,89 auf etwa 4.874,20 € erhöhen kann. Bei Gymnasial-, Real- und Förderschullehrern können die Bezüge sogar von 4.579,86 € auf 5.417,04 € ansteigen. Lehrer an einer Berufsschule oder einem Gymnasium erhalten zudem jeden Monat eine Strukturzulage in Höhe von 97,08 €.


<3 JahresRhythmus><4 JahresRhythmus>
BGStufe 4Stufe 5Stufe 6Stufe 7Stufe 8Stufe 9Stufe 10Stufe 11
A 123.924,89 €4.100,31 €4.277,83 €4.397,12 €4.516,37 €4.635,65 €4.754,93 €4.874,20 €
A 134.579,86 €4.773,03 €4.901,82 €5.030,62 €5.159,44 €5.288,23 €5.417,04 €
A 144.911,90 €5.162,41 €5.329,46 €5.496,48 €5.663,48 €5.830,52 €5.997,54 €
A 155.669,56 €5.889,94 €6.110,28 €6.330,64 €6.551,01 €6.771,34 €
A 166.268,43 €6.523,31 €6.778,19 €7.033,03 €7.287,87 €7.542,72 €
Monatliche Bezüge bayerischer Beamter. Stand 2020.



Staatliche Zuschüsse für verbeamtete Lehrer



Als Beamter hast Du das Glück, dass dich der Staat – neben den monatlichen Grundbezügen – mit zusätzlichen Leistungen unterstützt.
Mit Extrazuschüssen wirst Du zum Beispiel belohnt, wenn Du heiratest und Kinder bekommst. Weitere finanzielle Unterstützungen von Seiten deines Dienstherren sind die Beihilfe und die vermögenswirksamen Leistungen.


Familienzuschläge

Verbeamtete Lehrer erhalten in Bayern zusätzlich zu ihren Grundbezügen einige Zuschüsse. Bist Du beispielsweise verheiratet, bekommst Du 143,54 € zusätzlich.
Hast Du zudem bereits Kinder, unterstützt Dich der Staat mit weiteren Sonderzahlungen. Für das erste Kind sind das 266,28 € und beim zweiten Kind erhältst Du 122,74 €. Hast Du drei Kinder oder mehr, kannst Du dich jeweils über 380,38 € zusätzlich freuen.

Die Beihilfe

Eine weitere Unterstützung, die Du vom Staat erhältst, ist die sogenannte Beihilfe, welche sich an deinen Krankheitskosten beteiligt. Je nachdem in welchem Bundesland Du deinen Dienst abhältst, ist die Unterstützung durch die Beihilfe unterschiedlich hoch. Bist Du privat krankenversichert, unverheiratet und kinderlos, beteiligt sich der Dienstherr in Bayern zu 50 % an deinen Krankheitskosten. Sobald Du zwei Kinder hast, steigt dieser Wert auf 70 % an und Du musst somit nur noch 30 % selbst durch deine private Krankenversicherung abdecken. Benötigen deine Kinder medizinische Behandlungen, übernimmt die bayerische Beihilfe sogar 80 % der Kosten.

Vermögenswirksame Leistungen

Die sogenannten vermögenswirksamen Leistungen (VWL bzw. VL) werden vom Arbeitgeber gezahlt. Sie sollen als Geldanlage und somit zum Vermögensaufbau genutzt werden.
Einen Anspruch auf diese Leistungen hast Du sowohl als verbeamteter als auch angestellter Lehrer im öffentlichen Dienst. Somit erhältst Du – unabhängig von deiner Beschäftigungs- und Schulart – vermögenswirksame Leistungen in Höhe von 6,65 € monatlich. Befindest Du dich noch im Anwärterdienst, bekommst Du jeden Monat sogar 13,29 €.

Da dieser Betrag als Geldanlage genutzt werden soll, steht Dir dieser Zuschuss nicht zur freien Verfügung, sondern wird monatlich angelegt. Die VWL kannst Du entweder in einem Bausparvertrag oder einem Fondssparplan anlegen.

Doch die vermögenswirksamen Leistungen erhältst Du nicht automatisch von deinem Arbeitgeber. Möchtest Du diesen Zuschuss beantragen, findest Du das notwendige Dokument zum Beispiel auf der Webseite des bayerischen Landesamt für Finanzen.


Angestellte Lehrer erhalten geringere Gehälter

Arbeitest Du als angestellter Lehrer in Bayern wird dein Gehalt anhand des TV-L (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder) berechnet. Die darin festgelegten Tarife gelten einheitlich für das gesamte Bundesland. Alle Haupt-, Mittel-, Grund- und Realschullehrer werden dementsprechend in der Entgeltgruppe 11 eingeordnet und verdienen zwischen 3.490,32 € und 5.166,11 € brutto. Der Lohn von Gymnasial- und Berufsschullehrern liegt dagegen zwischen 4.002,26 € und 5.798,14 € brutto, da sie der Gruppe 13 zugeordnet werden. Daran lässt sich ablesen, dass der Gehaltsunterschied zwischen angestellten und verbeamteten Lehrern recht groß ist. Zudem müssen Angestellte mit zusätzlichen Kosten (zum Beispiel für ihre Altersvorsorge oder Berufsunfähigkeit) rechnen. Dadurch fällt deren Nettogehalt, verglichen mit ihren verbeamteten Kollegen, noch geringer aus. 

Wann steigen die Gehälter von Angestellten?
Bis zur 3. Erfahrungsstufe spielen deine individuellen Leistungen keine Rolle für einen Gehaltssprung. Das heißt, dass Du nach einem Jahr Berufserfahrung in der 1. Stufe automatisch in die nächst höhere Stufe aufsteigst. Nach der 3. Erfahrungsstufe kann dein Arbeitgeber – unabhängig von dem festgelegten Jahresrhythmus – entscheiden, ob deine berufliche Motivation ausreicht und Du in die nächste Gehaltsstufe kommst.


Einstiegsgehalt< nach 1 Jahr in Stufe 1 >< nach 2 Jahren in Stufe 2 >< nach 3 Jahren in Stufe 3 >< nach 4 Jahren in Stufe 4 >< nach 5 Jahren in Stufe 5 >
EntgeltgruppeStufe 1Stufe 2Stufe 3Stufe 4Stufe 5Stufe 6
E 15Ü5.880,02 €6.526,61 €7.140,26 €7.542,73 €7.641,73 €
E 154.794,35 €5.180,59 €5.371,94 €6.051,57 €6.566,22 €6.763,20 €
E 144.340,78 €4.692,32 €4.962,86 €5.371,94 €5.998,76 €6.178,72 €
E 13Ü4.329,43 €4.560,37 €5.371,94 €5.998,76 €6.178,72 €
E 134.002,26 €4.329,43 €4.560,37 €5.009,04 €5.629,26 €5.798,14 €
E 123.607,11 €3.880,76 €4.421,81 €4.896,88 €5.510,50 €5.675,81 €
E 113.490,32 €3.742,20 €4.012,72 €4.421,81 €5.015,65 €5.166,12 €
Monatlicher Verdienst von angestellten Lehrern. Stand 2020.




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